Kernschattenfinsternis vom 27.07.2018

Die letzte Kernschattenfinsternis des Mondes ist noch gar nicht sooo lange her, da gibt es schon wieder eine solche zu erleben. Na denn: Ab auf's Feld...

Spechtelplatz

Eigentlich wollte ich wieder nach Altglietzen fahren, wo ich 2015 die Sonnenfinsternis beobachtete. Durch eine Umleitung bin ich aber etwas vom Wege abgekommen und schließlich in Zäckeriger Loose gelandet. Der Ort gehört zur Gemeinde Oderaue (Märkisch Oderland) und liegt etwa 2 km vor der polnischen Grenze. Zwar sah das Wetter noch nicht so rosig aus, aber die Zeit drängte dann doch etwas auf einen Beobachtungsplatz. Schließlich musste ja auch noch ausgepackt und aufgebaut werden.

Ausrüstung

Mein Plan sah vor, eine Strichspuraufnahme der Finsternis zu machen, auf der man den Helligkeitsverlauf erkennen würde. Diese Aufnahme wollte ich mit der Planetenkamera machen. Naja... das Vorhaben ist aus verschiedenen Gründen in die Hose gegangen. Der verdunkelte Mond ging ja noch bei relativ hellem Himmel auf, so dass die Belichtung immer mal wieder angepasst werden sollte. Dies überließ ich dem Computer, was natürlich nicht funktionierte. Außerdem war mein Beobachtungsplatz an einer zwar wenig befahrenen, aber eben doch befahrenen Straße gelegen. Keine so gute Idee. Ich hatte aber auch meinen kleinen Maksutov dabei und zwei Spiegelreflexkameras. Zu Testzwecken baute ich auch eine Wetterstation auf, welche nebenher automatisch die Wetterdaten sammeln sollte.
Für die Stromversorgung des Laptops (Steuerung der Planetenkamera) sorgte ein Blei-Gel-Akku mit etwas über 20 Ah und ein Spannungswandler, die Montierung lief über eine Powerbank mit 23 Ah.

Die Ausrüstung im Einzelnen:

  • Maksutov 90/1250 auf "Star Adventurer" und Berlebach-Stativ
  • Nikon D5300 mit Objektiv 18 -105 mm
  • Sony A 390 mit Objektiv 170 - 500 mm
  • Altair GPCam 2 mit Objektiv 2,1 mm

 

  • Laptop, Blei-Gel-Akku
  • Powerbank
  • Wetterstation TFA Nexus
  • Fernglas Nikon Aculon A 211, 10 x 50

Die Finsternisdaten

Zeit

Phase

Azimut Altitude
19:14 MESZ

Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde
(Mond unterhalb des Horizonts)

102°

-16°

20:24 MESZ 

Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde
(Mond unterhalb des Horizonts) 

115° 

-6° 

20:57 MESZ 

Mondaufgang (am Beobachtungsort)

123° 

-

21:30 MESZ 

Beginn der totalen Phase 

127° 

1,8° 

22:21 MESZ 

Mond maximal verdunkelt 

138° 

7° 

23:13 MESZ 

Ende der totalen Phase 

149°

11° 

00:19 MESZ 

Austritt des Mondes aus dem Kernschatten der Erde

164°

15° 

01:28 MESZ 

Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde

181° 

16° 

 

Beobachtungen

Der Aufgang des Mondes war wetterbedingt nicht zu sehen. es dauerte eine ganze Weile, bis der Mond aus dem Dunst am Horizont heraus kam. Um 22:02 MESZ konnte ich den Mond erstmals erspähen, 32 Minuten nach Beginn der totalen Phase der Finsternis.

Ein Größenvergleich des Mondes zu den Finsternissen vom 28.09.2015 und 27.072018. Die unterschiedlichen Größen liegen an der jeweiligen Entfernung des Mondes zur Erde, da der Mond sich (wie alles andere auch) auf einer elliptischen Bahn bewegt. Am 27.07.2015 betrug die Entfernung Erde - Mond etwa 354.270 Kilometer. Bei der Finsternis vom 27.07.2018 war der Mond etwa 404.850 Kilometer von der Erde entfernt. Die scheinbaren Durchmesser betrugen 2015 etwa 33'43" und 2018 in etwa 29'37".

Beide Aufnahmen wurden mit der D5300 am Mak 90/1250 aufgenommen.

ISS-Überflug

Von 22:29 bis 22:38 MESZ flog die ISS über das Land. Eine Aufnahme entstand mit der Spiegelreflexkamera, die andere mit der Planetenkamera und 2,1-mm-Objektiv.

Mars-Opposition

Auch der Mars ist bei dieser Mondfinsternis ein Akteur. Er steht in Opposition zur Sonne und geht in etwa auf, wenn die Sonne untergeht und verschwindet, wenn die Sonne am nächsten Tag wieder aufgeht.
Seine Entfernung zur Erde: etwa 58 Mio. Kilometer. Er erscheint größer und heller am Himmel also sonst, sogar heller als Jupiter. Die nebenstehende Aufnahme zeigt den Mars, aufgenommen mit der DSLR/ Objektiv und der DSLR am Mak 90/1250 (Fokalaufnahme ohne Barlow).

Zwei Phasen des Austritts des Mondes aus dem Kernschatten der Erde. Links habe ich auf den Kernschatten belichtet, wodurch der im Halbschattenseite liegende Teil des Mondes überstrahlt. Rechts erfolgte die Belichtung auf den im Halbschatten liegenden Teil des Mondes. Dadurch sieht man den im Kernschattenbereich liegenden Teil des Mondes nicht mehr.

Soweit auf die Schnelle ein paar Sätze und Bilder zur "MoFi 2018". Ich schau mir jetzt noch die Bilder von der Planetenkamera etwas genauer an und versuche mal, daraus noch etwas zu machen. Da die Kamera über den gesamten Beobachtungszeitraum lief und über 10.000 Bilder auf die Festplatte brannte, kann das allerdings etwas dauern ;) .