03.05.2020

PXW-Z190 - Intervallaufnahmen/ Zeitraffer

Mit der PXW-Z190 lassen sich Intervallaufnahmen mit einem Intervall zwischen 1 Sekunde und 24 Stunden anfertigen. So sind Zeitrafferaufnahmen selbst von sehr langsam ablaufenden Prozessen möglich, z.B. Ebbe und Flut an der See oder das Wachsen einer Pflanze.

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]

Man kann ein Zeitraffer auf recht einfache Art und Weise aufnehmen. Prinzipiell ist dazu auch fast jeder Fotoapparat geeignet, der manuell zu bedienen ist und einen Fernauslöser-Anschluss oder einen implementierten Timer hat. Was braucht man noch? Klar, ein Stativ. Zunächst muss man sich darüber Gedanken machen, mit welcher Framerate der Film ausgespielt werden soll. In der Regel sollten das 25 oder 50 Bilder pro Sekunde sein. Als nächstes sollte man sich überlegen, wie lang der Clip werden soll und man muss wissen, wie lang das Ereignis ist, welches man im Zeitraffer darstellen möchte. Hat man diese Angaben alle zur Hand, kann man das nötige Intervall ausrechnen, also alle wieviel Sekunden/ Minuten muss man die Kamera auslösen. Hier ein Beispiel:

  • Framerate = 50 fps
  • Cliplänge  =10 Sekunden
  • Ereignisdauer =10 Minuten (600 Sekunden)

Mit diesen Werten lässt sich nun das Intervall errechnen, mit dem aufgenommen werden muss.

Cliplänge [sec.] * Framerate = Gesamtzahl der Bilder

Ereignisdauer [sec.] / Gesamtzahl der Bilder = Intervall

Ein Clip mit 10 Sekunden Länge hat bei einer Framerate von 50 Bildern je Sekunde insgesamt 500 Bilder. Teilt man die Ereignisdauer nun durch die Anzahl der Bilder, also 600 durch 500, erhält man das einzustellende Intervall, im Beispiel also 1,2 Sekunden. Diesen Wert kann man in der Kamera nicht einstellen. Man muss auf 1 abrunden, was bei einer Ereignisdauer von 600 Sekunden und einem Intervall von einer Sekunde einen Zuwachs von 100 Frames bedeutet. Das verlängert den Clip von 10 auf 12 Sekunden. In der Praxis wird man ohnehin etwas reichlicher planen und den Clip in der Postproduktion trimmen. Soweit kurz zur Intervall-Aufnahme mit einem Fotoapparat.

Filmkameras, sei es eine Actioncam oder ein größerer Camcorder, können auch Intervallaufnahmen speichern. Der Unterschied zwischen einem Camcorder und einem Fotoapparat ist halt der, dass der Camcorder einen (Video-)Clip speichert, der Fotoapparat aber Einzelbilder, die später zu einem Clip zusammengesetzt werden müssen.

Jetzt hat der Camcorder allerdings noch einen weiteren Wert, den man einstellen muss, nämlich die Anzahl der Einzelbilder pro Einstellung (Number of Frames). Diese ist abhängig von der Bildfrequenz. Je Einstellung nimmt die Kamera

  • 2 Frames, 6 Frames oder 12 Frames (wenn die Bildfrequenz 50p oder 59,94p ist)  oder
  • 1 Frame, 3 Frames, 6 Frames, 9 Frames (wenn die Bildfrequenz nicht 50p oder 59,94p ist)

auf.

Bleiben wir dabei und spielen unseren Film mit 50 Frames pro Sekunde aus, können wir 2, 6 oder 12 Bilder je Einstellung aufzeichnen. Aber was bedeutet das? Was passiert, wenn ich je Intervall 2, 6 oder 12 Frames einstelle? Und welches Intervall muss ich überhaupt auswählen? In einem ersten Test habe ich eine Uhr mit unterschiedlichen Einstellungen aufgenommen. Die linke Uhr wurde mit einem Intervall von 2 Sekunden und 2 Frames pro Einstellung gefilmt. Bei der mittleren Uhr war es ein Intervall von 7 Sekunden bei 6 Frames und die rechte Uhr bekam ein Intervall von 15 Sekunden bei 12 Frames je Einstellung. Die Cliplängen variierten von 12, 10,knips und 9,knips Sekunden. Am Ende habe ich die einzelnen Clips auf gleiche Länge getrimmt.

 

 

Der Unterschied ist deutlich zu sehen. Die linke Uhr läuft viel flüssiger als die in der Mitte oder gar ganz rechts. Der Test lief nur wenige Minuten. Interessant wäre nun, was bei einer längeren Ereignisdauer, etwa 3, 5 oder gar 12 Stunden passiert. Vielleicht bietet sich mal die Möglichkeit, das etwas näher zu untersuchen.

Die Berechnung erfolgt in ähnlicher Weise, wie oben beschrieben. Nur: wir müssen hier noch die Frames berücksichtigen, die je Einstellung aufgenommen werden sollen.

Cliplänge [sec.] * Framerate = Gesamtzahl der Bilder

(Ereignisdauer [sec.] * Frames) / Gesamtzahl der Bilder = Intervall

Ein Clip mit einer Länge von 10 Sekunden hat bei einer Framerate von 50 fps wieder 500 Einzelbilder. Die Ereignisdauer mit den Frames multipliziert und durch die Gesamtzahl der Bilder dividiert, ergibt dann das Intervall. Das Intervall ist in unserem Beispiel:

  • bei   2 Frames: 2,4 Sekunden
  • bei   6 Frames: 7,2 Sekunden
  • bei 12 Frames: 14,4 Sekunden

Die errechneten Intervalle sind hier alle nicht ganzzahlig und können in der Kamera nicht eingestellt werden. Man muss also abrunden und den Clip dann in der Postproduktion trimmen. Dadurch verändert sich die Gesamtzahl der Bilder und die Cliplänge wie folgt:

(Ereignisdauer / Intervall) * Frames = Gesamtzahl der Bilder

Gesamtzahl der Bilder / Framerate = Cliplänge

  • bei   2 Frames und einem Intervall von   2 Sekunden >>> Anzahl der Bilder: 600, Cliplänge 12 Sekunden
  • bei   6 Frames und einem Intervall von   7 Sekunden >>> Anzahl der Bilder: etwa 514, Cliplänge 10,28 Sekunden
  • bei 12 Frames und einem Intervall von 14 Sekunden >>> Anzahl der Bilder: etwa 514, Cliplänge 10,28 Sekunden

Wie man in obigen Video sieht, wirkt die aufgezeichnete Bewegung der Zeiger nicht mehr so flüssig, wenn mit mehr Frames und größerem Intervall aufgezeichnet wird. In einem nächsten Beitrag werde ich darauf eingehen, wie man dies in der Filmgestaltung einbeziehen kann.

Diese Seite teilen: