13.05.2020

Track-Dolly-System im Eigenbau

Slider und Track-Dolly-Systeme benötigt man, um eine Kamera während der Aufnahme geschmeidig von eine Ecke in die andere zu bewegen. Oder auch vor und zurück, hoch und runter oder was auch immer.

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Diese Bewegungen nennt man "Kamerafahrt". Sie sind ein wichtiges Gestaltungsmittel im Film. Slider und Track-Dolly-Systeme gibt es in allen Größen und Varianten zu kaufen, von billigen Fern-Ost-Produktionen bis hin zu professionellen Geräten für Film und Fernsehen. Für die Größe und Stabilität ist, wie bei einem Stativ auch, die Tragfähigkeit nicht ganz unerheblich. Sie sollte beim 1,5 bis 2-fachem des Gewichtes liegen, welches aufgesattelt werden soll. Dazu zählt nicht nur die Kamera selbst, sondern auch sämtliches daran angebrachtes Zubehör. Das fängt beim Akku an und hört bei der Videoleuchte wahrscheinlich noch nicht auf. Sofern man Stative unterbaut, gilt das Gleiche. Das Stativ muss nicht nur die Kamera nebst Zubehör tragen, sondern auch den Slider/ das Track-Dolly-System. Wenn man all dies berücksichtigt und seine "Sonderwünsche", wie Motosteuerung für die Kamerafahrt oder auch die Steuerung für den Videokopf (schwenken, kippen) einbezieht, kann man schnell mal ein... zwei Scheine mehr loswerden.

Da ich, wie viele andere Filmer auch, den Wunsch hatte, saubere Kamerafahrten zu realisieren, habe ich mich entschlossen, ein Track-Dolly-System kostengünstig selbst zu bauen. Es soll zunächst rein mechanisch funktionieren und nachrüstbar sein. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass ich kaum Möglichkeiten der Metallbearbeitung habe. Holzarbeiten sind da weniger ein Problem. So habe ich auf einige Fertigbauteile zurückgegriffen und nur wenige Teile aus Holz selbst gefertigt.
Mein Track-Dolly-System besteht nun aus:

  • 2x Basisträgern aus Holz (bestehend aus je 2 verleimten Multiplex-Brettchen mit eingearbeiteter Mutter für die Maschinenstellfüße)
  • 4x Rohrklammern
  • 4x Maschinenstellfüßen
  • 4x Laufrädern (mit Achsen und Achshalterung)
  • 1x Kameraplatte aus Holz
  • 1x 75-mm-Halbschale
  • 2x Alu-Rohr (30mm x 4mm x 1500mm)
  • Schrauben, Kleber, Kleinteile

Um das System flexibler zu machen, habe ich die Alu-Rohre in Rohrklammern gelegt. Der Vorteil liegt darin, dass man die Rohre leicht gegen kürzere oder auch viel länger austauschen kann. Verwendbar sind auch ganz normale Wasserleitungsrohre mit einem Durchmesser zwischen 1 und 1,5 Zoll.

Das war´s auch schon. Summa summarum stecken in dem Track-Dolly-System keine 250.- Euro drin. Für ein ähnliches System (allerdings ganz aus Aluminium) eines indischen Herstellers muss man rund 1.000 USD ausgeben, und das ist noch preiswert!

 

(P.S. Weitere Bilder folgen noch.)

 

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